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Ein Dorf entsteht Die geschichtliche Entwicklung der Ortschaft Brunn läßt sich annähernd über die letzten 1000 Jahre nachvollziehen. Die Waldrodung Fischbach und somit auch die Ortschaft Brunn gehörte um die (erste) Jahrtausendwende zum ausgedehnten Gebiet des Donaugaues. Als das Geschlecht der auf dem Gau eingesetzten Pabonen mit Graf Friedrich von Hopfenlohe-Pettendorf-Lengenfeld vor 1119 erlosch, wurde die Ortschaft Brunn und umfangreiche Güter an das neugegründete Kloster Ensdorf zur Stärkung der wirtschaftlichen Kraft der Klostergemeinschaft geschenkt. Vom Mittelalter zur Gegenwart In der Urkunde aus dem Jahre 1123 werden zu Fischbach zwei Höfe und zu Brunn bereits vier Höfe angeführt. Während sich in Fischbach aus den beiden Höfen ein Edelsitz herausbildete, blieb Brunn als "gemeines Bauerndorf" erhalten. Die Bezeichung "gemeines Bauerndorf" trugen alle Ortschaften die keinen Edelsitz inne hatten. Die Einwohner von Brunn waren bis auf einige Ausnahmen der Herrschaft von Stockenfels untertan. Bis zur Vereinigung der beiden Herrschaften Fischbach und Stockenfels im Jahre 1510 durch Albrecht von Wirsberg war Brunn stets zum Herrschaftsbereich von Stockenfels zugehörig. Als 1510 Stockenfels zur Herrschaft Fischbach zugeschlagen wurde, erhielt zur wirtschaftlichen Aufbesserung der Pfalz-Hauptmann von Wirsberg durch die Pfalzgrafschaft Neunburg vorm Wald noch zusätzlich vier Höfe in Brunn dazu. Zu jener Zeit bestand "Prunn" aus einem Amtmannhaus, einem Baderhaus, einer Schmiede, fünf landwirtschaftlichen Höfen und fünf Tagelöhnerhäuser. Neben der grundherrschaftlichen Unterstellung hatte das Kloster Ensdorf seit der voran erwähnten Schenkung im Jahre 1123 noch verschiedentlich Zinserträge (Zehent) auf die Höfe lastend. Durch den Brand im Kloster Ensdorf im Jahre 1507 war dieses aus finanziellen Gründen gezwungen den Zinsertrag von Brunn 1512 an Albrecht von Wirsberg zu verkaufen. Die Lage der ersten Häuser an einer Quelle gaben der Ortschaft auch ihren Namen. Da anzunehmen ist, daß die Bachquelle gemeinschaftlich zur Wasserversorgung diente, wurde die Quelle als Brunnen ausgebaut und aus dem Begriff "die Häuser am Brunnen" leitete sich der Ortsname Brunn ab. Das Aussehen der Ortschaft änderte sich mehrmals, da das Dorf 1266 von den Böhmen, 1428 von den Husitten und schließlich 1634 von den Schweden im 30jährigen Krieg zerstört wurde. Besonders nach dem 30jährigen Krieg wurden einige Höfe aufgrund der fehlenden Einwohner nicht mehr errichtet. Nach dem 30jährigen Krieg wurden die Häuser nicht mehr in der Nähe der Ursprungsquelle errichtet, sondern man siedelte sich vom Talkessel aus gesehen nördlich auf den kleinen Höhenrücken, dem Brunner Berg, an. Diese Lage hat Brunn bis heute noch inne. Entlang des vorbeiführenden Straßenzuges lehnten sich die einzelnen Häuser an. Bereits im Jahre 1762 zählte die Ortschaft Brunn wieder 20 Anwesen. Unter diesen Anwesen befanden sich eine Schmiede, eine Tafern-Wirtschaft und ein Bäckereianwesen, welches die Wirts- und Taferngerechtigkeit inne hatte. Die Bäckereigerechtigkeit ging um 1810 vom Wirt und Bäcker Feicht von Brunn an Xaver Haindl nach Fischbach über. Das frühere Baderhaus zu Brunn (bereits 1510 aufgeführt) stand an der Brunner Quelle rechts und wurde neu von einem Peter Schmalix im Jahre 1800 neben dem bestehenden Wirtshaus erbaut. Dieser Bader war daneben noch Friseur, Zahnarzt und Heilpraktiker sowie Tierarzt. Zuletzt übte das Baderhandwerk noch Anton Biller aus, welcher bis 1959 auch noch Leichenschauer war. Um für die neu erstehenden Häuser nach dem 30jährigen Krieg genügend Raum zu haben wurde hierzu der damals dicht bewaldete Brunner Berg abgeholzt. In der 1712 erhobenen Untertanen- und Feuerstättenverordnung bestand die Ortschaft Brunn aus fünf Halbbauernhöfen, sechs Viertel- und drei Achtelhöfen sowie drei Taglöhnerhäuser und je ein Hirt- und Baderhaus. Eine rege Bautätigkeit setzte um die (20.) Jahrhundertwende und nach den beiden Weltkriegen ein. Bedingt durch das Anwachsen der Ortschaft entwickelte sich aus dem früher fast reinen Bauerndorf ein Arbeitnehmerdorf und selbst die größeren landwirtschaftlichen Anwesen werden nebenberuflich bewirtschaftet. Es gibt nur mehr eine geringe Zahl an Vollerwerbslandwirten. In der Mitte der Ortschaft steht das Brunner Ortskreuz. Weiterhin hat Brunn noch eine Gastwirtschaft "Zur Sonne" der Familie Hummel. Im Jahre 1994 wurde das frühere Amtmannhaus abgerissen und am gleichen Ort entstand ein neues Wohnhaus. Quellenangabe: 10 Jahre EC Brunn, D&F-Verlag 1994 |